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Hagen / Düsseldorf, den 07. Mai 2009
Mit der Zukunft des Theaters Hagen muss sich nun auch die Landesregierung in Düsseldorf beschäftigen. Der Hagener Landtagsabgeodnete Wolfgang Jörg hat eine Kleine Anfrage zu der Situation und den Äußerungen Diegels gestellt, in der fragt, weshalb Diegels Visionen zu Illusionen geworden seien.
Im Wortlaut:
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Warum entpuppen sich Diegels Visionen immer wieder als Illusionen?
Über kein anderes Thema wird in der Stadt Hagen zurzeit intensiver diskutiert als über die finanzielle Situation der Kommune und die Auswirkungen der Sparvorgaben und Sparpläne auf das alltägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger. Nach dem Rückzug des einstigen Mentors Stefan Bajohr hat eine Zukunftskommission bestehend aus Verwaltung und Kommunalaufsicht dessen Aufgaben übernommen und nach intensiver Beratung Vorschläge und Sparvorgaben erarbeitet. Am Montag wurden die der Öffentlichkeit bekannt gegeben: Insgesamt umfasst das Paket Sparvorschläge mit einem Volumen von 90,5 Millionen Euro.
Im Kulturbereich sollen dabei 2,5 Millionen Euro bis 2011, davon allein 800.000 Euro beim Theater gespart werden. Außerdem muss innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Weg gefunden worden sein, wie der städtische Zuschuss um weitere 5,5 Millionen Euro reduziert werden kann.
Laut Zeitungsbericht vom 05. Mai 2009 glaubte Regierungspräsident Helmut Diegel, die Lösung dafür bestehe in einer neuen Rechtsform, z.B. einer Stiftung oder GmbH, in Verbindung mit einer Bezuschussung durch das Land sein. Dies halte Diegel nach einer entsprechenden Zusage des NRW-Kulturstaatsekretärs Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff für durchaus realistisch.
Am 06. Mai 2009 schreiben beide Lokalzeitungen (Westfälische Rundschau und Westfalenpost):
"[…] Umso erstaunter und erfreuter nahm Kulturdezernent Christoph Gerbersmann am Montag zur Kenntnis, dass der RP eine ganz neue Qualität der Landesförderung im Fall Hagen ("Ich habe ein Junktim anzubieten!") in Aussicht stellte. Diegel betonte, er sei "absolut autorisiert" eine Einbindung des Landes in Aussicht zu stellen, wenn die Stadt ihrerseits ihr ernsthaftes Bemühen zeige, durch Organisationsveränderungen und die Einbindung Dritter ihren Sparbeitrag zu leisten. Der Kulturstaatssekretär habe die regionale Bedeutung der städtischen Bühne - auch über das Kulturhauptstadtjahr 2010 hinaus - durchaus erkannt. Somit könne ein erfolgreiches, zukunftsfähiges Finanzierungsmodell für das Theater auch für das Land Pilotcharakter erhalten."
Das wäre immerhin ein Hoffungsschimmer für das Theater gewesen. Allein die Sparvorgabe von 800.000 Euro bis 2011 wird sehr wahrscheinlich die Schließung einer Sparte - vermutlich des Balletts - bedeuten. Dem Theater Hagen droht sogar ganz das Aus, wenn es in zwei Jahren darum geht, die weiteren 5,5 Millionen Euro einzusparen. Da käme der Stadt die Unterstützung durch das Land nur recht.
Deshalb ist es mehr als enttäuschend, dass Grosse-Brockhoff diese Vision des Regierungspräsidenten inzwischen relativiert hat. Laut Pressebericht vom 06. Mai 2009 sei es ihm nur darum gegangen, eine vorschnelle Schließung des Balletts zu verhindern. Ferner heißt es dort:
"Mit Blick auf die von der Kommunalaufsicht darüber hinaus geforderten 5,5 Millionen Euro Einsparsumme am Theateretat wollte Grosse-Brockhoff jedoch keinerlei falsche Hoffnungen wecken: "Wer glaubt, dass wir hier noch eine namhafte Summe beitragen könnten, verfolgt eine Illusion.""
Inzwischen ist klar, dass es in den Gesprächen von Diegel und Grosse-Brockhoff Missverständnisse gegeben hat. Beide werden sich laut Bericht der Westfälischen Rundschau vom 07. Mai 2009 "in absehbarer Zeit" zu Gesprächen in Hagen treffen.
Vor diesem Hintergrund frage ich daher die Landesregierung:
Welche Bedeutung räumt die Landesregierung dem Theater Hagen für die Kultur und die kulturelle Bildung in der Region ein?Wie wird die Landesregierung das Theater Hagen unterstützen?Wird die Landesregierung die Idee von Helmut Diegel, das Theater Hagen bei der Einsparung der 5,5 Millionen Euro mit einem höheren finanziellen Landeszuschuss zu unterstützen, aufgreifen?Wer hat Helmut Diegel "absolut autorisiert", solche Fördergelder in Aussicht zu stellen?
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