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Hagen, den 09. März 2010
Leserbrief des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) im SPD-Unterbezirk Hagen, Gerd Homm:
Schneider Hüh und Marquardt Hott?
Der Vorschlag von Hannelore Kraft für einen sozialen Arbeitsmarkt hat in den letzten Tagen einige Diskussionen ausgelöst, was teils durchaus verständlich ist. Ich kann nachvollziehen, wenn man sich - in Unkenntnis des konkreten Vorschlags - gegen diese Idee ausspricht. Dass auch der Hagener DGB-Vorsitzende Jochen Marquardt zum Kreis der Kritiker und Skeptiker gehört, überrascht mich dann allerdings doch.
So lehnt Marquardt in seiner Pressemitteilung einen dritten Arbeitsmarkt konsequent ab, während sein DGB-Landesvorsitzender Guntram Schneider wörtlich sagt, dass wir die Diskussion über einen dritten kommunalen Arbeitsmarkt für Menschen mit vielen Handicaps, die nicht in reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln sind, brauchen. Marquardt Hüh und Schneider Hott.
Doch was hat es mit dem Vorschlag auf sich: Hannelore Kraft will Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen schaffen, die oft keine Aussicht mehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben. Diesen Menschen soll eine Beschäftigungsperspektive auf Dauer eröffnen werden, da Arbeit eindeutig mit Selbstwertgefühl und auch mit Würde zu tun hat. Zeitlich befristete Jobs helfen da nicht weiter.
Zudem ist das Angebot des gemeinwohl-orientierten Arbeitsmarktes freiwillig und keine Pflicht. Damit unterscheidet sich Frau Kraft ganz gewaltig von den populistischen Forderungen eines Herrn Westerwelle, der Gesellschaftsgruppen gezielt gegeneinander ausspielt.
Klar ist, dass durch diese Arbeit für die Gesellschaft reguläre Arbeitsplätze nicht gefährdet werden dürfen und die Entlohnung der Langzeitarbeitslosen, die das Angebot annehmen, spürbar oberhalb der ALG 2-Zahlungen liegen muss. Aber genau das ist beim Kraft-Vorschlag so ja auch vorgesehen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Konzept, das auch Bestandteil des SPD-Wahlprogramms ist, einen wichtigen Schritt hin zu mehr Teilhabe für die betreffenden Langzeitarbeitslosen bedeutet.
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Gerd Homm
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