|
Lengerich, den 14. Januar 2011
Große Resonanz auf Einladung zum Kibiz
Zahlreiche Eltern, Erzieherinnen, Trägervertreter und Politikerinnen waren einer Einladung der SPD-Landtagsfraktion in das AWO Begegnungszentrum in Lengerich gefolgt, um sich über die Vorhaben der neuen Landesregierung zur Verbesserung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zu informieren. Mit Wolfgang Jörg, dem kinder- und jugendpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion konnten die heimischen Landtagsabgeordneten Frank Sundermann und Elisabeth Veldhues einen langjährigen Experten begrüßen.
In einem halbstündigen Vortrag wies Jörg zunächst auf die Probleme hin, die durch die KiBiz-Gesetzgebung der schwarz-gelben Vorgängerregierung verursacht worden seien. Eine jüngst fertig gestellte Überprüfung habe ergeben, dass inzwischen viel zu wenige Einrichtungen über einen ausreichenden Personalschlüssel verfügen. Für die eingeforderte Bildung bliebe auch zu wenig Zeit. Zudem habe die alte Landesregierung erhebliche Kosten auf die Städte und Gemeinden abgewälzt. Vor allem für den Ausbau der Betreuung von Unter-Dreijährigen seien Gelder in Aussicht gestellt worden, die dann kurzfristig gestoppt wurden. Nun sei es dringend notwendig, den entstandenen Rückstand gegenüber den anderen Bundesländern aufzuholen, denn ab 2013 gelte der Rechtsanspruch auf einen U-3-Betreuungsplatz.
Der neuen Landesregierung sei es in den ersten Monaten besonders wichtig gewesen, in einen intensiven Dialog mit Erzieherinnen und Eltern einzutreten und die Auswirkungen des Kinderbildungsgesetzes durch eine externe Befragung prüfen zu lassen. „Die alte Landesregierung hat alle beteiligt, nur nicht die Erzieherinnen, Eltern und Kinder, obwohl sie die eigentlichen Expertinnen sind. Das machen wir komplett anders, nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Jahren“, betonte Jörg. „Durch die Untersuchungen wissen wir, dass wir gegenwärtig in keinem Bereich gut aufgestellt sind. Deshalb werden wir zum Kindergartenjahr 2011/2012 die größten Ungerechtigkeitsspitzen entschärfen“, so der SPD-Politiker. Als Beispiele nannte er die Schaffung von 1.000 zusätzlichen Stellen für Berufspraktikantinnen außerhalb der eigentlichen Kita-Finanzierung. 7 bis 8 Mio. Euro sollen dafür eingeplant werden. Vor allem für die Betreuung der Unter-Dreijährigen solle der Personalschlüssel geändert werden. Zur Entlastung der Mitarbeiterinnen sei ein Abbau des Bürokratieaufwandes vorgesehen. Auch der Einsatz von Kinderpflegerinnen und Ergänzungskräften müsse genau überlegt werden. Mittelfristig sei insgesamt eine Veränderung der Ausbildung wünschenswert. In den Familienzentren sollen Leitungskräfte zukünftig freigestellt und mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie Fortbildung zur Verfügung stehen. Besonders wichtig sei ihm persönlich die Freistellung des letzten Kindergartenjahres von der Beitragspflicht. „Wenn der Gesetzentwurf gedruckt wird, bekommen sie ihn zugeschickt. Ich komme dann im Frühjahr wieder, um ihn mit ihnen darüber zu diskutieren“, sagte der kinder- und jugendpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion den Anwesenden am Ende seiner Ausführungen zu.
In der nachfolgenden Diskussion wurden die Zukunft der U3-Betreuung, die Situation der Kinderpflegerinnen und Berufspraktikantinnen, die Finanzierung der zusätzlichen Betreuungsplätze, die Wahlfreiheit und Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachförderung vertiefend besprochen. Als SPD-Landtagsabgeordnete seien sie gerne bereit, die Fragen und Anregungen interessierter Bürgerinnen und Bürger zu der Thematik aufzunehmen, sicherten Frank Sundermann und Elisabeth Veldhues abschließend zu.
|
 |

KiBiz-Diskussion in Lengerich
|
|