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AfA-Betriebsgruppenkonferenz am 28. Oktober 2009

Hagen, den 02. November 2009


Bericht von der AfA-Betriebsgruppenkonferenz am 28. Oktober 2009

Wolfgang Jörg und Rosemarie Wrede berichten über Kinderbildungsgesetz
"Wer Qualität fordert, darf bei den Kleinsten nicht sparen!"

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der Hagener SPD befasste sich am Mittwoch im Rahmen ihrer halbjährlichen Betriebsgruppenkonferenz mit den Folgen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Der Hagener Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und die Erzieherin Rosemarie Wrede (Ver.di) schilderten die mit KiBiz verbundenen Probleme: "Erhebliche Mehrbelastungen in den Tageseinrichtungen, soziale Ungerechtigkeiten durch landesweit völlig unterschiedliche Beitragsstaffelungen, verschlechterte Berufschancen für Erzieherinnen - dank der KiBiz-Regelungen und der Ausführungsbestimmungen ist die ausgezeichnete fachliche Arbeit in den Kindertageseinrichtungen in Gefahr!"

Bereits im Frühjahr hat die Gewerkschaft Ver.di in einer Resolution die Landesregierung aufgefordert, das Gesetz so zu verändern, dass die qualitativ hochwertige Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit weiter möglich sein wird. Darin fordern die Erzieherinnen u.a. einen anderen Personalschlüssel, der die Bedürfnisse der Kinder - vor allem auch im U3-Bereich - besser berücksichtigt. Wrede: "Nur zwei bis zweieinhalb Kolleginnen betreuen eine 20er-Gruppe mit Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren. Besonders die geforderte Bildungsarbeit und das individuelle Eingehen auf jedes einzelne Kind mit einem bestmöglichen Entwicklungs- und Förderplan kommen so viel zu kurz!"

Ein weiteres Problem - die drei verschiedenen Betreuungszeiten, die Eltern buchen können. "Durch die unterschiedlichen Buchungen von 25, 35 oder 45 Stunden leidet das Gemeinschaftsgefühl durch unterschiedliche Bring- und Abholsituationen", berichtet die Erzieherin aus ihrem Alltag. "Kein Kind weiß heute, wann seine Freunde kommen oder gehen. Außerdem wird der Tagesrhythmus in der Einrichtung erheblich gestört! Weil die Kinder zu den unterschiedlichsten Zeiten kommen, können spezielle Bildungsangebote und Projekte nicht kontinuierlich angeboten werden. Nicht einmal ein gemeinsames Frühstück mit allen Kindern ist so zu organisieren."

Ein weiteres gravierendes Problem ist, dass viele Kolleginnen in Hagen hauptsächlich mit Zeitverträgen und meist auch nur auf Stundenbasis beschäftigt werden. Sie können so nur für zwei Jahre beschäftigt werden, da sie unter das Teilzeit- und Befristungsgesetz fallen. "Hier muss Abhilfe geschaffen werden!", fordert auch Gerd Homm, Vorsitzender der AfA Hagen. Gemeinsam mit Wolfgang Jörg und Rosemarie Wrede will er aus der Ver.di-Resolution einen Antrag für den nächsten SPD-Parteitag machen. Wolfgang Jörg: "Für den KiBiz-Mumpitz trägt Schwarz-Gelb die Verantwortung. Als Sozialdemokrat sage ich: Wer Qualität fordert, darf bei den Kleinsten nicht sparen!"


AfA-Konferenz am 29.10.2009 v.l.n.r.: Gerd Homm, Rosi Wrede, Wolfgang Jörg